Rennberichte 2017

16. Sep, 2017

An der 4 tägigen Rundfahrt versuchte ich, mal wieder offensive Rennen zu fahren. Leider gelang mir dabei kein top Resultat doch der Wille, es zu versuchen war auf jedenfall da. Als Fahrer mit den meisten Fluchtgruppen Kilometern der Rundfahrt beendete ich die vier Tage. In der letzten Etappe wurden wir als 9köpfige Spitzengruppe nur wenige Kilometer vor dem Ziel eingeholt... sehr schade! Es folgen weitere tolle Rennen und ich werde versuchen, diese Saison noch gut zu beenden. 

17. Aug, 2017
Ausschnitt Kolumbianisches Fernsehen - Etape 10

letzte 7-8 km der 10. Etappe der Vuelta a Colombia 2017

17. Aug, 2017

Vuelta a Colombia 2017

17. Aug, 2017

Nach einer Vorbereitung, welche der Umstände entsprechend sehr gut verlief, reiste ich Ende Juli mit der Nationalmannschaft nach Kolumbien. Die Vuelta a Colombia war in vielen Hinsichten herausfordernd. Das hohe Niveau, ein anderes Land, die Höhe der Etappen (höchster Punkt der Vuelta war auf 3700 MüM.) die Länge der Tour und vor allem die Anzahl der Etappen mit deren unzähligen Höhenmetern. Während den 12 Etappen legten wir fast 1’700 km mit weit über 20’000 Höhenmetern zurück. 

Mein Hauptziel war es, die Tour fertig zu fahren. Eine so lange Rundfahrt war für alle von uns Neuland und dementsprechend sah ich es als eine enorm grosse Chance an, gespickt mit den Möglichkeiten, eine gewisse Rennroutine zu finden und zu lernen, wie man sich in einem so langen Rennen zu verhalten hat.

Die ersten Tage waren ungewiss und der Start mit einem Teamzeitfahren auf über 2’000 MüM. alles andere als einfach. Nach 3 Tagen akklimatisieren ging es dann los. Ich merkte schon bald, dass die Kolumbianer am Berg enorm stark sind und ich als nicht reiner Bergfahrer auf den Bergetappen wohl eher im Grupetto fahren werde als an der Spitze. Wir versuchten also, auf den eher flachen Etappen der zweiten Rennwoche unseren Fokus ein wenig zu setzen. 

Die erste Woche war alles andere als einfach. Ich habe viel gelitten und war dann enorm froh, als nach der 7. Etappe der wohlverdiente Ruhetag endlich erreicht wurde. Die Höhe machte enorm zu schaffen und es brauchte nebst den Beinen auch viel Kopfarbeit um die teils wahnsinnig langen Etappen zu überstehen. Etappe 6 zum Beispiel - wir verbrachten über 7h im Sattel um die fast 240 km zu absolvieren. Der Tag danach - eine Kurzetappe von 110 km mit Start auf 2’800 MüM. und einem Parcours in der in Etwa selben Höhe. Für uns eine wahnsinnige Belastung, da unser Körper diese Strapazen bisher noch nicht kannte…

Mein bester Tag dieser Vuelta a Colombia 2017 war die Etappe 10. Nachdem die Etappe 9 auf den höchsten Pass der Welt, den Alto de Letras (80km, 3’202 Höhenmeter, Total Etappe 131 km)  überstanden war, war ich super motiviert! Es war eine wellige Etappe, jedoch ohne lange Berge und ich konnte am Schluss richtig in den Sprint reinhalten und erreichte den 7. Rang. WOW, war ich happy! Mit diesem Niveau, in der zweiten Rennwoche eine solche Platzierung ist für mich eine sehr tolle Leistung.

Auf den letzten zwei Etappen fuhr ich ebenfalls vorne mit - jedoch hatte ich auf Etappe 11 einen plattes Vorderrad, als ich im vordersten Teil des Feldes 1000 Meter vor dem Ziel um den Sieg mitfahren konnte und am Tag danach einen Defekt hatte, welche mir die nötige Energie für’s Finale vorzeitig geraubt hatte. 

Doch Rückblickend bin ich einfach froh und stolz, die Rundfahrt beendet zu haben. Der siebte Rang in Etappe 10 war dann noch das „Zückerli“ und auch das beste Resultat für Swiss Cycling an dieser Rundfahrt. Ein grosses Kompliment an meine Teamkameraden welche die Tour ebenfalls beendet haben!

Während den ganzen zwei Wochen waren die Kolumbianer unglaublich nett und offen gegenüber uns Schweizern. Die Masse am Strassenrand war einfach nur unglaublich und da hatte man ab und zu - trotz drückender Hitze - ein wenig Hühnerhaut, weil es einfach fantastisch ist, an einer solch tobenden Menschenmasse vorbeirauschen zu dürfen. 

Eine Erfahrung fürs Leben, aber auch für die kommenden Rennen. Ich bin unglaublich dankbar, konnte ich dies erleben und es zeigt einmal mehr, wie weit man mit dem Radsport kommen kann. Der Radsport ist eine grosse Reise - man trifft auf Leute und Orte, die man sonst wohl nie entdeckt hätte.

6. Jun, 2017

Erneut mit der Nationalmannschaft unterwegs ging die Reise diesmal nach Tschechien. Ganz im Osten, fast schon an der polnischen Grenze fand das Etappenrennen Course de la Paix statt. Aus allen Nationen waren 6 Fahrer in Ihren Nationalfarben vertreten. 

Ich freute mich sehr, daran teilnehmen zu dürfen. Das Rennen war ein richtiges Bergetappenrennen und war praktisch nie flach. Mit Ausnahme des Prologes. Dieser gelang mir ziemlich gut und ich erreichte einen guten 25. Rang und war von uns Schweizern der schnellste. Doch die harten Etappen folgten erst. Die erste Etappe war dann ein stetiges Auf und Ab mit einem längeren Anstieg von 10km, jedoch immer "nur" bei 4-6% Steigung. Im Schlusscircuit ging es dann darum unseren Leader Marc so gut wie möglich zu schützen, was uns gut gelungen ist. Ich beendete die Etappe dann irgendwo in der Mitte des Feldes. 

Mit grosser Vorfreude startete ich auf die zweite Etappe. Diese war sehr anspruchsvoll und mit zwei Anstiegen am Schluss und einer Bergankunft alles ander als schnell gemacht. Auf der Hinfahrt zu den Bergen war ich jedoch in einem Sturz verwickelt und kam zu Boden. Der Moment im Rennen war nicht so schlimm, ich kam gut wieder ins Feld zurück aber hatte doch den Kopf ziemlich angeschlagen. Die Schürfwunden vergass ich schon im Rennen wieder doch der Kopf sumselte mir bis ins Ziel... Die Etappe verlief überhaupt nicht wie ich mir es gewünscht habe...

Nach einer eher schlechten Nacht und noch leichten Kopfschmerzen versuchte ich dann doch zur letzten Etappe zu starten. Zuerst ging es relativ gut doch plötzlich war mein Körper leer. Zusätzliche Kraft ging aufgrund der Verletzungen verloren und ich fühlte mich nicht so gut. Die Etappe konnte ich nicht beenden. So wie auch viele weitere Fahrer, die das Ziel nicht erreichten. 

Ich nehme das positive aus den ersten beiden Tagen mit und bin nun zuversichtlich, in den nächsten Rennen mehr Glück zu haben. Der Vergleich auf internationalem Niveau war aber sehr gut und sicherlich eine riesen Erfahrung wert!